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Unternehmerinnenaustausch verleiht türkisch-deutschen Handelsbeziehungen neue Impulse


  09.04.2019

Antalya, 4. - 5. April 2019 – Der 1. Türkisch-Deutsche Unternehmerinnenaustausch der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) und des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) ging am 5. April 2019 zu Ende. Das zweitägige Event brachte mehr als 80 Unternehmerinnen aus Deutschland und der Türkei – unter ihnen technologieorientierte Start-ups ebenso wie international orientierte Dienstleistungs- und Industrieunternehmen sowie selbständige Freiberuflerinnen – zusammen. Ziel des Austausches war es, den Teilnehmerinnen aus beiden Ländern die Möglichkeit zu bieten, sich mit Keynotes und Beiträgen hochrangiger Gäste über Investitionsmöglichkeiten in der Türkei aus erster Hand zu informieren sowie sich mit potenziellen Geschäftspartnern zu vernetzen.

 

Die Bedeutung des Türkisch-Deutschen Unternehmerinnenaustausches wurde am ersten Veranstaltungstag mit Beiträgen hochkarätiger Redner und Best Practices unterstrichen. Auf dem Programm standen Beiträge von TD-IHK Vorstandsmitglied Dr. Gökçe Uzar-Schüller, VdU-Vorstandsmitglied Dr. h.c. Karin van Mourik, der Vertreterin der TOBB Unternehmerinnen-Vereinigung und Vorstandsvorsitzende der Erkunt Traktör Sanayii A.Ş. Zeynep Erkunt Armağan, welche als einzige türkische Industrielle zum dritten Mal in Folge von Fortune unter die ersten 50 Unternehmerinnen weltweit gewählt wurde, deren Unternehmen am schnellsten wächst, TD-IHK Vorstandsmitglied Süreyya Inal, dem Vertreter des Investitionsbüros der Präsidentschaft der Republik Türkei Mustafa Kemal Kafadar, der geschäftsführenden Gesellschafterin von Scale X Dilek Dayınlarlı, sowie dem Vizepräsidenten von Hugo Boss Türkei Arif Kaya.

„Frauen sind ein enormes Wachstumspotenzial für jede Wirtschaft, das es gilt effektiv auszuschöpfen. Heute ist jeder dritte Selbstständige in Deutschland weiblich. Rund 700.000 mittelständische Unternehmen werden in Deutschland von Frauen geführt – allerdings sind sie in den Führungsetagen großer Unternehmen unterrepräsentiert. Das primäre Ziel des VdU ist es, die Verwirklichung der gleichberechtigten Teilhabe der Frauen in der Ökonomie zu schaffen“, so VdU Dr. h.c. Karin van Mourik, Bundesvorstandsmitglied der VdU in ihrer Begrüßungsrede.

Davut Çetin, Vorstandsmitglied der TOBB und Präsident der IHK Antalya, bekräftigte in seiner Begrüßungsrede die Entwicklung des weiblichen Unternehmertums in der Türkei: „Die TOBB engagiert sich seit vielen Jahren für die Entwicklung des weiblichen Unternehmertums. Vor zehn Jahren betrug die Zahl der Unternehmerinnen in der Türkei nur 75.000, heute beträgt sie 130.000. Insbesondere kleinen- und mittelgroßen Unternehmen, die von Frauen geleitet werden, bieten wir jedes Jahr verschiedene Programme, speziell im Digitalisierungsbereich an, um sie nachhaltig konkurrenzfähiger zu machen.“

In den weiteren Beiträgen standen der Erfahrungsaustausch betreffend das Unternehmertum von Frauen und aktuelle Wirtschaftsthemen im Mittelpunkt. Unter anderem ging es um das Frauenunternehmertum in der Türkei, staatliche Investitionsförderungen sowie das Türkisch-Deutsche Doppelbesteuerungsabkommen. Im Anschluss folgten Best Practice-Beispiele mit Blick auf Internationalisierung und die Bedeutung der Eroberung neuer Märkte. In diesem Zusammenhang präsentierte Zuhal Gözüküçük, Vorstandsvorsitzende von Gözüküçük Makina ihre Erfolgsgeschichte in Sachen Ausfuhr. Dilek Dayınlarlı, geschäftsführende Gesellschafterin des Investment-Unternehmens Scale X, berichtete von ihrer eigenen Erfolgsgeschichte und dem Potenzial der Gründung eines Technologieunternehmens in der Türkei. Arif Kaya, Vizepräsident von Hugo Boss Türkei und Premium-Mitglied der TD-IHK, berichtete in seinem Beitrag darüber wie wichtig der Standort Türkei in den letzten 20 Jahren für das Unternehmen geworden ist: „Hugo Boss hat seinen Standort in der Freihandelszone Izmir vor 20 Jahren errichtet. Heute wird ein Großteil der weltweiten Produktion hier gefertigt. Darüber bin ich persönlich sehr stolz. Die Implementierung von Industrie 4.0 steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss und wir befinden uns bereits in der Planung den Produktionsstandort Izmir In den kommenden Jahren noch weiter auszubauen.“

Nachdem den Teilnehmerinnen ihre Plaketten überreicht wurden, konnten sie im anschließenden B2B-Speed-Dating Teil neue Geschäftskontakte knüpfen.  Es folgte zum Abschluss des ersten Tages ein von Inal Consulting gesponsertes Galadinner in entspannter Atmosphäre, bei dem der Austausch weiter vertieft wurde.

 

Am zweiten Veranstaltungstag wurde zunächst die IHK Antalya besucht. Die Vorstandsmitglieder und die Präsidentin des Frauenunternehmerrates der IHK Antalya Serap Kocaoğlu informierten die Delegation über wirtschaftliche Themen und Möglichkeiten. Nach dem von der IHK Antalya organiserten Mittagessen besuchte die Unternehmerinnendelegation die Freihandelszone Antalya. Die Betreibergesellschaft informierte die Teilnehmerinnen über die Besonderheiten und die Möglichkeiten für ausländische Investoren. Die anschließenden Betriebsführungen bei den in der Freihandelszone Antalya niederlässigen deutschen Unternehmen Bihl+Wiedemann und Wagner Kablo boten den Teilnehmerinnen eine praxisnahe und informative Plattform für unternehmerischen Austausch und Beispiele der erfolgreichen Internationalisierung.

 

Die Ergebnisse der 2-tägigen Veranstaltung und der B2B Speed-Datings können wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Die Vertreterin einer Online-Handelsplattform mit hohen Umsatzzahlen ist zu dem Ergebnis gekommen, künftig auch die Türkei als Beschaffungsmarkt ins Portfolio aufzunehmen. Professionelle Geschäftsbeziehungen mit einer potenziellen türkischen Lieferantin wurden aufgenommen. Für die türkische Lieferantin bringt dieses Geschäft hohes Wachstumspotenzial. Die deutsche Online-Plattform wiederum erlangt qualitativ gute Ware zu konkurrenzfähigen Preisen und optimalen Lieferwegen.

  2. Ein Unternehmen aus dem Bereich Modulbau konnte sein Interesse an eienr Investition in der Türkei verfestigen und hat vor Ort nützliche Kontakte geknüpft.

  3. Aus dem Mitgliederkreis der TD-IHK konnte die Geschäftsführerin eines Speditionunternehmens nützliche Kontakte zur Vergrößerung ihres Geschäftsbereiches und die Ausweitung ihres Tätigkeitsfeldes ins Ausland knüpfen und somit erste Schritte in Richtung Internationalisierung planen.

  4. Ein Übersetzungsdienst aus der Türkei konnte direkte Geschäftsbeziehungen nach Deutschland knüpfen und kann somit neue Dienstleistungsmärkte erkunden.

  5. Unternehmensberaterinnen und Anwältinnen aus beiden Ländern erhielten die Möglichkeit, potenziell neue Mandanten zu gewinnen.

  6. Unternehmerinnen aus dem Möbelbereich konnten erste Kontakte für den Markteinstieg in Deutschland knüpfen.

Die positiven Feedbacks haben die Organisatoren dazu veranlasst, einen 2. Teil dieser Veranstaltung noch in diesem Jahr in Deutschland zu planen.

In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei der TOBB Unternehmerinnen-Vereinigung für die wertvolle Unterstützung.

 

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